BUND Bad Bellingen-Schliengen

Einheimische Wildsträucher im Garten

Wildstrauchhecke mit Holunder  (BUND Bad Bellingen/Schliengen)

Einheimische Wildsträucher sind dem hiesigen Klima angepasst und  in der Regel unempfindlicher als exotische Sträucher.  Es gibt Sträucher für jeden Standort, ob sonnig oder schattig, ob trocken oder eher feucht. Die meisten kann man auch gut zurückschneiden, falls notwendig. Vor allem aber sind einheimische Wildsträucher Nahrungsgrundlage, Ort der Eiablage, Nistgelegenheit und Unterschlupf  für viele Schmetterlinge, Käfer, Insekten und Kleinlebewesen.

Wenn es der Platz erlaubt, ist eine ganze Hecke aus verschiedenen Wildsträuchern von großem Wert für die Natur. Setzen Sie sich einfach einmal in die Nähe einer solchen Hecke und lauschen Sie den Vögeln, die sich darin tummeln, und dem Summen der Insekten! Wildsträucher machen sich aber auch als Einzelsträucher gut, so dass es auch in einem kleinen Garten Platz für einen oder zwei Wildsträucher gibt.

Zu den verschiedenen Wildsträuchern gibt es schon viele Informationen im Internet und einige Portraits finden Sie auch in der Auflösung des Blattquiz. 

Leider bieten Gartenmärkte und „Standard“-Gärtnereien keine einheimischen Sträucher oder nur wenige Arten an. Es ist also für Gartenbesitzer gar nicht so einfach, diese zu beschaffen, vor allem sollten diese ja auch aus derselben Gegend kommen (autochthon). 

Aber vielleicht gewinnen Sie ja einen der Wildsträucher, die wir verlosen. Machen Sie hier mit!

Unten möchten wir Ihnen noch einige Sträucher genauer vorstellen, die besonders insektenfreundlich sind und in unserer warm-trockenen Region  am Südlichen Oberrhein gut gedeihen.

Kornelkirsche (Rhamnus cathartica)

Die meisten von uns freuen sich auf den Frühling und wünschen sich Sträucher, die schon früh blühen: Schon Ende Februar bis Mitte März leuchtet die Kornelkirsche in gelbem Blütenflor – da die zahlreichen, kleinen Blüten Pollen und Nektar offen präsentieren, ist die Kornelkirsche ein Anziehungspunkt für Bienen, Fliegen und sogar Schmetterlinge. Im Herbst trägt sie essbare rote Früchte, die man zu Gelee verarbeiten kann oder einfach den Vögeln überlassen. Die Kornelkirsche ist anspruchslos und lässt sich bei Bedarf auch zurückschneiden, so dass sie auch in einer Hecke Platz hat.

Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)

Der Purgier-Kreuzdorn kommt  in unserer Gegend z.B. im Trockenbusch der Rheinebene vor. Er  ist ein langsam wachsender, eher unscheinbarer Strauch mit grünlichen Blüten. Er mag es sonnig bis halbschattig,  eher trocken und ist ansonsten anspruchslos. Er ist aber sehr wertvoll für viele Insektenarten: Seine Blüten bieten den Nektar bzw. Pollen offen und gut erreichbar dar, seine Blätter sind Nahrung für die Raupen des wunderschönen Zitronenfalters bzw. des Kreuzdorn-Zipfelfalters. Der nah verwandte Faulbaum ist ebenso wertvoll.

Gelber Blasenstrauch (Colutea arborescens)

Tatsächlich ist der Blasenstrauch schon länger in unserer Gegend heimisch, wenn man ihn in der Natur auch selten antrifft. Wenn er blüht, ist er für die großen Holzbienen unwiderstehlich, auch andere Wildbienen wie Blattschneiderbienen lieben ihn und haben die Kraft, die typischen Schmetterlingsblüten auseinanderzudrücken, um an Pollen und Nektar zu kommen. Nach der Blüte bilden sich die attraktiven und auffallenden aufgeblasenen Schoten, die dem Blasenstrauch seinen Namen geben. Der Blasenstrauch mag es sonnig und trocken, er wird nicht allzu groß, lässt sich gut schneiden und passt deshalb auch in kleinere Gärten.

Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)

Blütenstand des Gewöhnlichen Schneeballs - sehr schön sieht man außen die sterilen Schaublüten  (BUND Bad Bellingen/Schliengen)

In vielen Gärten steht eine Zuchtform des Gewöhnlichen Schneeballs mit weißen, „ballförmigen“ Blütenständen. Leider sind diese völlig steril und bieten weder Nektar noch Pollen, deshalb ist es viel besser, wenn man die Wildform pflanzt. Deren interessante Blütenstände haben außen einige größere, sterile Blüten als Schauapparat und in der Mitte viele kleine Einzelblüten:  Diese kleinen Nektar“töpfchen“ locken vor allem Fliegen und Käfer an – auch den prächtigen Rosenkäfer. Im Herbst tragen die Dolden hübsche rote Beeren, die im Winter von manchen Vögeln gefressen werden, wenn sie auch wohl nicht deren Leibspeise sind. Der Schneeball ist vor allem gut für Hecken geeignet, da er sich leicht beschneiden lässt und Wurzelausläufer treibt.